ALS ICH TRUDE ZUM ERSTEN MAL TRAF

Mein Treffen mit Trude Teige, der Autorin des Demmin Romans „Mormor danset i regnet“ („Oma, die im Regen tanzte“)

Ich machte mich früh auf den Weg. Es war Montag und ich hatte mir für heute extra frei genommen. Den Plan von Balestrand über das Vikafjell nach Bergen zu fahren, musste ich noch am Abend verwerfen. Es waren Windstärken um 10 m/s vorausgesagt, welches für die Einheimischen in den Wintermonaten bedeutet, strengstens das Vikafjell zu vermeiden, gerade in diesem Jahr, als einem der schneereichsten seit langem. Wie sich dann später herausstellen sollte, war diese Wahl des Weges auch die richtige Entscheidung gewesen, da eine Lawine die Straße zwischen Vik und Voss unpassierbar gemacht hatte.

Die oft verkannte Wetterobsession der Norweger kommt daher nicht von ungefähr, denn es ist gerade im Winter unabdingbar, das Wetter und die Straßenlage zu beobachten.

 

Ich fuhr anstelle dessen also entlang der Ufer des Sognefjords, setzte mit der Fähre von Lavik nach Oppedal über. Ich erreichte Bergen mit ein paar Verzögerungen durch die vielen Tunnelarbeiten gegen Mittag.

Trotz des vielen Schnees in den Hochregionen waren die einzigen Winterüberreste auf dem Berg Ulriken zu erahnen. Bergen jedoch war schon vom Eise befreit und zeigte sich in seiner windig–hanseatischen Pracht.

 

Ich war aufgeregt, insbesondere weil ich so viele Fragen und tausende an Ideen hatte, die ich mit ihr teilen wollte. Aber auch deshalb, weil es immer etwas aufregend ist, jemanden zu treffen, den man eigentlich nur von wenigen Emails, über das Fernsehen oder aus Artikeln kennt.

 

Trude Teige "Mormor danset i regnet" Taschenbuch
Trude Teige "Mormor danset i regnet" Taschenbuch

TRUDE TEIGE

 

Trude, mein heutiges „Rendezvous“, ist nämlich nicht nur die Verfasserin des Romans „Mormor danset i regnet“, der sich mit dem Massenselbstmord in meiner Heimatstadt Demmin auseinandersetzt.  Sie ist auch ausgebildete Übersetzerin, Fernsehmoderatorin und politische Journalistin und hatte sogar ihre eigene Show Trude im TV2 . Sie ist bekannt in Norwegen und genießt großes Ansehen.

 

Trude ist, abgesehen von ihren Verpflichtungen im Fernsehen und mit dem Schreiben ihrer Romane auch mit Schreibkursen im ganzen Land unterwegs. Diese 3-stündigen Seminare sind für jeden Schreibinteressierten Norweger gegen einen kleinen Obolus zugänglich.

 

Eines dieser Schreibseminare war von Trude im Bergener Litteraturhuset für den heutigen Märzabend anberaumt - dem Haus das der Inbegriff der Literatur im Vestlandet ist und das buchstäblich nach Büchern riecht.  Hier gesellen sich schriftstellerische Größen und genießen die Delikatessen der hervorragenden Küche genau so, wie inspirierende Konferenzen und Seminare. Ein Buchgeschäft ist natürlich im Haus gleich neben dem Restaurant.

 

Trude, die sonst außerhalb von Oslo lebt, war also ganz in der Nähe. Sie war sozusagen um die „4h Entfernungs“ Ecke, die man in Norwegen als nahe bezeichnen kann.  

 

Wir hatten uns daher vor ihrem Seminar am Nachmittag in Bergen verabredet, um uns endlich nach so vielen Emails kennenzulernen. Und, ganz unverhofft und zu meiner großen Freude, hatte mich Trude ein paar Tage zuvor, als ihr Gast in den Schreibkurs am Abend eingeladen. Ich sollte also einen ganzen Abend von Literaten, Büchern und den schier in der Luft hängenden Ideen der aufstrebenden Schriftsteller umgeben sein.

 

BERGEN UND DAS LITTERATURHUSET

 

So schlenderte ich also, nachdem ich in meinem Hotel in der Strømgaten eingecheckt hatte, in Richtung Grieghallen, dann entlang des kleinen Sees in der Mitte Bergens, dem Lille Lundegårdsvannet. Im Hintergrund triumphierten die Profile des Ulriken und des Fløien, die beiden wohl berühmtesten der 7 Gipfel, die Bergen umgeben.

 

Es war stürmisch und wie für einen Märztag nicht anders  zu erwarten, noch immer sehr kühl. Ich zog daher die Riemen an meinen blauen Wollmantel noch ein wenig enger, und krempelte meinen roten Wollschal in mein Gesicht, bis unter die Nase, um der eisigen  Brise zu trotzen.

 

Fernab der Touristenschwärme des Fischmarktes und Bryggens, liegt das Litteraturhuset in Bergen, versteckt in einer schmalen Gasse, der Østre Skostredet. Das Kopfsteinpflaster und die paar wenigen geschlossen aussehenden Geschäfte in dieser kleinen, dunkleren Seitenstraße stehen im Gegensatz zu der modernenen, fast ausschließlich in Holz und Metall gehaltenen Oase der Literatur.

 

Hier öffnete ich nun kurz vor 15:00 die schwere, gläserne Eingangstür und ging zuerst in das Literaturgeschäft auf der linken Seite. Ich sog  den bekannten Geruch frischgedruckter Bücher ein und bekam ein Teil der gedämpften, aber dennoch geschäftigen Stille im Innern.

 

TRUDE UND ICH IM LITTERATURHUSET

 

Nachdem ich Trude nach kurzem Suchen nicht finden konnte, setzte ich mich an einen hellen Platz am Fenster, in der Nähe des Eingangs, so dass ich

sie auf keinen Fall verpassen würde. Wie ich dann in einer Nachricht von Trude erfuhr, hatte ihr Zug von Oslo eine halbe Stunde Verspätung .

Ich wartete also, bestellte mir einen Cappucino und machte ein paar Notizen in meinem Bulletjournal.

 

Und plötzlich stand sie da. Lächelte und winkte mir entgegen. Sie kam zu mir an den Tisch und wir unterhielten uns kurz über unsere Anreise. Sie lud mich auf ein Glas Wein ein, welches ich natürlich, da ich ja erst am Morgen abreisen würde, dankend annahm.

 

Trudes sprudelnde, extrovertierte Persönlichkeit die von sich selbst erzählte, aber gleichzeitig auch an meiner Geschichte interessiert war, liessen die Zeit wie im Fluge vergehen.

 

Meine vielen Fragen vergaß ich ganz in der auf mich einbrausenden Informationsflut. Ich lauschte gespannt und versuchte diesen seltenen Moment mit einer norwegischen Autorin über diese, meine Heimatstadt Demmin zu sprechen, völlig auszukosten.

 

St. Barholomaei Kirche Demmin
St. Barholomaei Kirche Demmin

DEMMIN ZUM ERSTEN

 

Ich erklärte Trude, dass, abgesehen von Florian Hubers Buch „Kind versprich mir, dass du dich erschießt“ das Thema mehr oder weniger nie in die Öffentlichkeit geraten war und dass ich, vor Florians und Trudes Buch, selber nur von wenigen Episoden dieser Zeit gelesen hatte, geschweige denn gehört.

 

In der Tat, scheint die Geschichte des Massensuizids von Demmin kaum in die Geschichtsbücher aufgenommen worden zu sein. Nicht einmal an den Demminer Schulen wurde darüber in meiner Zeit berichtet. Wer also keine Angehörigen aus dieser Zeit hatte, die einem von den beinahe tausend Demminer und Demminerinnen erzählen hätte können, die 1945 im Mai freiwillig ihr Leben liessen, so ist es gut möglich, dass man erst mit dem Buch Florian Hubers, oder aber durch den Film Martin Farkas „Über Leben in Demmin“ von seiner eigenen Familiengeschichte erfuhr. Dieses Thema wurde nämlich zu DDR Zeiten mehr oder minder totgeschwiegen. Diejenigen, die diese Tage miterlebt hatten, fanden ihre eigenen Wege, die Geschehnisse bestmöglich zu verarbeiten, oder aber auch zu verdrängen.

 

Trude verriet mir in unserem Gespräch, dass sie mit ihren Recherchen zur selben Zeit wie Florian Huber begonnen hatte, und sie zusammen mit einem Team der Dagbladet in Demmin war.

 

Es waren verschiedene Momente, die sie dazu ermutigten, die „Tragödie Demmins“ mit in einen ihrer Romane miteinzubeziehen. Insbesondere jedoch war es die Erkenntnis, dass die Geschichte und insbesondere die Gefühle der Überlebenden scheinbar bis in die heutigen Zeit nicht ihre gebührende Beachtung bekommen haben, geschweige denn verarbeitet waren.

Auf dem Massengrab des Friedhofs stehend, den Weg entlanglaufend der die oft nicht identifizierbaren Freitoten zu ihrer letzten Grabstätte getragen wurden- dies waren die Momente, die Trude schlussendlich dazu überzeugten, Demmin zum Inhalt eines Romans zu machen. Sie entschied sich, die Geschichte der Tragödie Demmins, in die einer „Tyskerjente“ einzubauen, deren Hintergrund sie bereits umfassend recherchiert hatte.

 

Wie kam Trude jedoch überhaupt zu Demmin und wieviel von ihr selber steckt in diesem Buch „Mormor danset i regnet“? Warum ist es nie ins Deutsche übersetzt worden? Ich hatte so viele Fragen.

 

DIE VIELEN IDEEN

 

Die Zeit bis zum Seminar um 18:00 schritt voran und wir sprachen viel über Trudes Werdegang, ihre Passion für Politik und die Aufregung im norwegischen Parlament am heutigen Tag über den Verbleib Silvi Listhaugs. Ich konnte auch endlich meine Ideen rund um den Film „Über Leben in Demmin“, den ich doch unbedingt hier in Norwegen in den Kinos sehen möchte, mit Trude teilen und gleichzeitig einen Vorschlag von einer Freundin aus Demmin mehr zu Trude Teiges Buch anlässlich der Kunstnacht zu präsentieren. Beide Ideen wurden von Trude mit wohlwollend angenommen und wir sponnen Pläne. Dass wir beide leicht zu begeistern waren, machte die ganze Sache einfacher.

 

Ich lernte dann auch, dass die Mühlen in der Verlagswelt etwas langsamer mahlen. Trude hat bereits zwei ihrer Krimis ins Deutsche übersetzt, „Totensommer“ und „Das Mädchen, das schwieg“. Ihr Verleger hier in Norwegen, Aschehoug, nutzt dazu den Aufbau Taschenbuchverlag. Sie hat sogar eine Übersetzerin, die für ihre Romane zuständig ist.

Leider hat es jedoch „Mormor danset i regnet“ nicht in die Reihe der zu Übersetzen wert seienden Bücher geschafft.

Aber, dem soll jetzt ein Ende gesetzt werden!

 

Meine Konversationen mit Trude, Beiträge und Ideen, und meine persönliche Verbindung zu Demmin hatte, waren nicht auf ganz taube Ohren gestoßen. Trude hatte diese nämlich positiv nutzen konnte und an ihren Verlag weitergeleitet, der jetzt auch ein wenig hellhöriger wurde.

Die Premiere des Films „Über Leben in Demmin“ war dabei natürlich noch ein weiterer wichtiger Wendepunkt, da das Thema gerade jetzt in den deutschen Medien behandelt wird.

Der Stein, das Buch ins Deutsche zu übersetzen, ist also, durch meine kleinen Artikel, ins Rollen gebracht worden und wir beide hoffen nun, in den nächsten Wochen ein paar mehr Neuigkeiten in dieser Hinsicht zu bekommen, die ich dann natürlich hier teilen werde. Wie auch immer es ausgeht, wir versuchen unser Bestes.

 

Trude Teige spricht über die Tragödie Demmins
Trude Teige spricht über die Tragödie Demmins

DAS SCHREIBSEMINAR

 

Wie ich von Trude erfuhr, sollte ich auch die Antworten zu all meinen anderen Fragen in dem sich anschließenden Schreibkurs bekommen. Ich war also gespannt.

 

Nachdem ich für meinen Kaffee bezahlt hatte, folgte ich Trude die hölzerne Treppe nach oben in den zweiten Stock. Hier, in einem der Konferenzsäle saßen bereits 13 Schreibkursteilnehmer im Halbkreis hinter ihren Schultischen und warteten gebannt auf den Beginn des Seminars.

Während Trude ihre letzten Vorbereitungen traf, nahmen die zwei Gebärdensprachenlehrer Platz neben ihr.

 

Es ging los.

 

Das Seminar begann damit, dass jeder Teilnehmer ein wenig von sich selbst erzählen sollte. Ich war die Zweite im Bunde, und noch bevor ich beginnen konnte, wurde ich von Trude als ihr Gast vorgestellt, der einen engen Bezug zu ihrem Buch “Mormor danset I regnet” hat, da ich aus dem Ort stamme, in dem dieses Buch spielt: Demmin. Die meisten hier hatten dieses in Norwegen sehr bekannte Buch gelesen, und nickten zustimmend, als sie das Wort Demmin hörten. Schon komisch in einem norwegischen Seminar in Bergen zu sitzen in dem fast alle Teilnehmer um einen herum Demmin kennen.

Damit war mir dann auch mein leicht gebrochenes Norwegisch nachgesehen.

 

Viele hier hatten Erfahrungen im Schreiben oder waren im journalistischen Bereicht tätig. Trude selbst hat bisher mit verschiedenen Genres und Schwerpunkten gearbeitet. So schrieb sie Krimis wie “Pasienten”, befasste sich mit Kindesmissbrauch oder dem Sterben in Altersheimen.

In dem Seminar begann Trude damit zu beschreiben, wie sie diese Themen recherchierte, wie sie ihre Arbeit strukturierte und wie sie die Geschichten fand, die ihre Romane zu etwas Besonderem machen. Ihr Geheimrezept ist nach dem zu suchen, was andere vorher noch nicht beschrieben haben, oder vielleicht als nichtig abgetan haben. Diese Themen ergaben sich dabei häufig durch Zufälle während ihrer Recherche.

 

Genau so war es auch mit dem Thema Demmin für “Mormor danset i regnet”.  

 

DEMMIN ZUM ZWEITEN

 

Um zu beschreiben wie Trude auf das Thema Demmin gekommen war, musste sie ein wenig weiter in der Beschreibung ihrer Recherchearbeit ausholen. Denn auf Demmin war sie mehr oder weniger nebenbei gestoßen, beinahe wie ich auf ihr Buch.

 

Eine wichtige Begegnung für sie war die, mit Ragnar Ulstein, einem Journalisten und ehemaligen Widerstandskämpfer, der selbst mehrere Kriegsbücher verfasst hatte. Durch ihn und seine Empfehlung doch über die Tyskerjentene zu schreiben, kam sie auf ein Thema welches sie in zwei ihrer folgenden Bücher einbinden sollte.

Einer ihrer großen Schätze war dabei das Archiv Ragnars, welcher Interviews mit norwegischen Tyskerjentene geführt hatte, die bis dahin nie Interesse gefunden oder ausgewertet worden waren. Tyskerjentene waren die norwegischen Frauen, die ihre Staatsbürgerschaft verloren und von der Gesellschaft ausgestoßen wurden, weil sie sich in einen deutschen Soldaten verliebt hatten.

 

Eines dieser Bücher, das mit dieser Recherche begann, sollte das Buch über Demmin werden.

 

Sie recherchierte also unentwegt und war von der Geschichte dieser Frauen so angetan, dass sie sie fortan nicht los lies. Sie veröffentlichte 2012 als erstes den  Krimi „Svik“ zum selbigen Thema und dann 2016 „Mormor danset i regnet“.

 

Durch ein Interview mit Trude im Radio wurde 2012 aber auch Anna Deichmann auf Trudes und ihr Interesse an den Tyskerjentene aufmerksam. Sie kontaktierte sie und bat sie um ein Treffen in Nordfjordeid, dem Ort in Sogn og Fjordane in dem sie lebte. Sie wollte Trude über ihre eigene Geschichte erzählen.

Trude nahm die Einladung an und traf sich mit Anna.

Mit Akribie erzählte die alte Dame, und eine der wenigen  überlebenden Tyskerjenten, über ihre Vergangenheit in Norwegen und Deutschland, zeigte Trude Fotos von ihrem deutschen Ehemann Alfred. Sie berichtete, davon wie sie mit ihrem deutschen Ehemann aus Norwegen zwangsausgewiesen in ein völlig zerstörtes und zerbombtes Deutschland kam.

Viele der Erlebnisse Annas sollte Trude später in abgewandelter Form fiktiv in ihrem Roman „Mormor danset i regnet“ verarbeiten. Andere rekrutierte sie aus den Interviews Ragnars und vielen Büchern, die sie zum Thema gelesen hatte. Und es war Trude deshalb ein umso größeres Herzensanliegen, einige Episoden aus Annas Leben in ihrem Buch zu verwenden, da Anna 3 Monate nach ihrem Treffen verstarb. Anna war Trudes Inspiration für den Roman und auch wenn die Handlungen im Buch nur angelehnt sind an Annas Leben, so wäre ohne Anna das Buch wohl nie zustandegekommen.

 

Um ihre Kenntnisse auszuweiten las Trude Bücher zur Kriegsvergangenheit in Europa, in Deutschland und speziell in Berlin, sie durchstöberte Archive und das Internet nach Artikeln. Sie versuchte Videomaterial und Bilder zu finden, um sich einen Eindruck zu schaffen der über ihre eigene Phantasie hinausgeht und auf echten Begebenheiten basiert. Eines dieser Bücher war eine von Anthony Beevor, eines englischen Militärhistorikers, der darin über die Vergewaltigungen deutscher Frauen durch russische Soldaten schrieb. Der schiere Umfang dieser Vergewaltigungen ließ Trude aufhören, denn sie begriff, dass ihre Anna nicht nur in ein Land, kam dass äußerlich zerstört war, sondern in dem die überlebenden Frauen zu großen Teilen diesen Taten ausgesetzt waren.

 

Als sie sich dann mehr mit den Massenvergewaltigungen auseinandersetzte kam sie über verschieden Umwege und ihre Internetrecherche, von englischen Webseiten auf die Tragödie Demmins. Es machte sie stutzig, davon kaum etwas in den Büchern und den deutschen Webseiten zu finden. Durch ein Youtube Video einer Zeitzeugin und ein wenig mehr Internetrecherche beschloss sie, dem Thema, das für sie eine gewollt verschwiegene Kriegstragödie zu sein schien, auf den Grund zu gehen.

 

Sie flog nach Berlin, nahm den Zug nach Demmin und ließ sich vor Ort inspirieren. Sie lief entlang den Demminer Straßen, besuchte die verschiedensten Orte, wie das Massengrab oder das damals noch existierende Museum, sprach mit verschiedensten Demminern, mit Zeitzeugen und brachte viele Bilder von ihrer Reise mit sich.

 

Sie hatte jetzt den Stoff für ihren Roman. Einem Roman der die tragischen Erfahrungen der Tyskerjentene mit denen der deutschen Frauen um das Kriegsende verbinden sollte: „Mormor danset i regnet“.

 

Als ich dann von Trude kurz vor der Pause aufgefordert wurde ein wenig mehr über meine Familie, mein Wissen um diese Zeit und die Eindrücke, die dieses Buch bei mir hinterlassen hatte, zu erzählen, lauschten die Seminarteilnehmer aufmerksam. Die nette, norwegische Frau direkt neben mir, wurde als sie meine Geschichte hörte, so emotional, dass sie anfing zu weinen. Ich beruhigte sie dann anschließend ein wenig und wir kamen ins Gespräch. Die Teilnehmer sind interessiert an den echten Geschichten und ich fand es sehr aufbauend, in Bergen in einem Seminar zu sein und mit meiner kleinen Geschichte zu meiner Heimatstadt, Menschen so zu rühren.

 

Die Atmosphäre lockerte sich dann, wir machten gemeinsam Fotos und lauschten dem Rest der Präsentation.

WIE GEHT ES NUN WEITER

 

Das war jedoch noch nicht das Ende, denn Trude und ich gönnten uns im Anschluss eines der fantastischen Gerichte des Colonialen im Litteraturhuset und ich ließ Trude endlich mein Taschenbuch signieren. Diese kleinen Momente bedeuten so viel, insbesondere im Nachhinein.

 

Bevor Trude dann später wieder in den Zug nach Oslo steigen sollte, konnte ich auch endlich meine Ideen in mehr Detail loswerden. Hannah, eine Freundin und gleichzeitig Eigentümerin des Völschow Bergs in Demmin, hatte mich nämlich bereits im Vornherein angeschrieben. Sie hatte die Idee anlässlich der Demminer Kunstnacht am 28. April 2018 ein Ausstellungsfenster zu Trudes und meiner Geschichte zu gestalten. Trude war ganz begeistert musste aber noch ein paar rechtliche Dinge mit ihrem Verleger besprechen.

Desweiteren einigten wir uns darauf, dass ich im April ein virtuelles Treffen zwischen Martin Farkas, dem Regisseur des Films „Über Leben in Demmin“ und Trude arrangieren werde.

Ich hatte mich bis dahin schon an das Kino hier in Balestrand gewandt, die sehr daran interessiert wären, den Film hier in Norwegen zu zeigen. Und falls es nicht Balestrand sein sollte, könnten wir anstelle dessen auch eine Premiere in Bergen anstreben. Die Idee ist es dabei, eine Lesung des Buches dem Film voranzustellen um dann den Abend mit Martins Dokumentarfilm und echten Zeitzeugen abzurunden.

 

 

Mehr dazu in Kürze. Bleibt dran.

 

Trude Teige beim Signieren meines Buches Mormor danset i regnet
Trude Teige beim Signieren meines Buches Mormor danset i regnet

PS: Was ich aber nun schon bestätigen kann, ist, dass die liebe Hannah des Völschow Bergs das Ausstellungsfenster arrangieren wird. Ich habe vor zwei Tagen, am 6. April die Vollmacht bekommen, Hannahs Ideen umsetzen zu dürfen.

Wer also mehr zum Inhalt, zur Person Trudes, sowie die weltweit ersten deutschen Übersetzungen des Buches , Bilder und Eindrücke haben möchte, dem sei die Treptower Straße 30 am 28. April ans Herz gelegt.

 

Für den Rest und wie es weiter geht, erfahrt ihr weiterhin hier. 

 

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Comments: 1
  • #1

    Sebastian (Sunday, 08 April 2018 19:58)

    Hallo Katharina
    Ich freue mich für dich, dass dein Treffen mit Trude so positiv verlaufen ist und ihr eure zukünftigen Ideen austauschen konntet. Wenn der Film "Über Leben in Demmin" in Balestrand oder sogar in Bergen im Kino gezeigt wird, wäre das natürlich ein weiterer Erfolg für dich und Trude. Für die Realisierung dieses Vorhabens, sowie für weitere eurer gemeinsamen Visionen drücke ich euch ganz fest die Daumen.
    Liebe Grüße Sebastian.

HOLGERSDAUGHTER

 katharina@holgersdaughter.com

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